Nicht nur die Lehrervertretung lehnt dieses Gesetz ab

Lehrerstreik ist eine gefährliche Drohung, doch auch der aktuelle Entwurf ist in dieser Form inakzeptabel!


Offener Brief an die Bundesregierung

Etwa 60 Personen nahmen am Obleutetreffen des Elternverbands teil, das am Montag, 25.November 2013, in der Höheren Bundes-Lehr und Versuchsanstalt Spengergasse abgehalten wurde.

Alle anwesenden Elternvertreter/innen unterstützten die Positionen des Vorsitzenden und des Vorstands in der aktuellen Diskussion zum Lehrer/innendientsrecht. Diese einmütige Unterstützung gibt dem small icon pdf Offenen Brief an die Bundesregierung  346.60 kb Gewicht!

Wir lehnen den vorliegenden Entwurf ab und appellieren an die Bundesregierung, ihre Verantwortung für die Situation durch Handlungs- und Gesprächsbereitschaft wahrzunehmen. Wir fordern eine ernsthafte Erneuerung des Lehrer/innendienstrechts, durch die die gemeinsamen Interessen der Schulpartner nachhaltig gestärkt werden und auch die Definition von Schulqualität, besonders aus der Perspektive der Lernenden, eingebunden wird.

Presseaussendung vom 18. November 2013

In der Vorstandssitzung am 18. November 2013 hat der VEV die Problematik der Dienstrechtsdebatte diskutiert und eine Presseaussendung vor dem Ministerrat beschlossen:

small icon pdf OTS-Aussendung vom 19. November 2013  407.71 kb

home icon APA-OTS: veröffentlichte Form der Presseaussendung

Im Anschluss an die Medienberichte der letzten Woche und Aussagen des Wiener Bürgernmeiters Michael Häupl in der ORF-Pressestunde sandte der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens (VEV) am 17. November 2013 folgende Stellungnahme aus:

In der Diskussion um das neue Lehrerdienstrecht in Österreich weisen wir auch auf Informationen hin, die wir aus dem unmittebaren Kontakt mit der dänischen Elternvertretung erhalten haben:

Bereits im letzten Jahr hatte die damalige Vorsitzende von home icon Skole og Foraeldre (SOF) angekündigt, dass ein großer Konflikt bevorstehe. Die Warnungen wurden überhört obwohl SOF als Stimme der Betroffenen und Experten deutlich höheren Stellenwert genießt, als die österreichischen Elternverbände im Dialog mit dem Ministerium und der Regierung.

Im April 2013 eskalierte der Konflikt um die Lehrerbeschäftigung. Die dänische Regierung hatte dienstrechtliche Veränderungen beschlossen. Aufgaben des Dienstgebers wurden neu zwischen den Gemeinden als Schulerhalter und den Schulleitungen verteilt. Unter anderem wurde auch eine erhöhte Dienstverpflichtung vorgesehen.

Nach Protesten und angedrohten Kampfmaßnahmen beschlossen die dänischen Gemeinden, die Lehrer/innen im Stil eines klassischen Arbeitskampfes aus den Fokeskolen, den dänischen Gesamtschulen, auszusperren. In der Folge blieben diese für etwa drei Wochen geschlossen. Es entwickelte sich zu einer schweren Belastung für das Verhältnis  zwischen Eltern und Lehrern - nur in Österreich verwenden wir das Wort Schulpartnerschaft. Dabei war vor allem der Totalausfall der Betreuung der kleinen Schüler/innen ein Thema.

Eine Einladung zum Kaffee wurde von der SOF-Vorsitzenden Mette With Hagensen ausgesprochen, die es damit auf das Cover eines Wochenmagazins schaffte. Dieser "Runde Tisch" markierte die Rückkehr an den Verhandlungstisch und die Wiederaufnahme des Schulbetriebs.

Es bleiben aber schlimme Erfahrungen, die nachhaltig wirken und auch uns in Österreich eine Lehre sein sollten:

  • Innerhalb des Arbeitskampfes nutzte die Lehrervertretung alle Facetten des Cyber-Mobbing gegen Vertreter der Gemeinden und der Regierung. Gerade gegen diesen Missbrauch elektronischer Medien machen wir aber möglichst gemeinsam mobil.
  • Im Rahmen der Straßenproteste wurde immer wieder versucht, die Schüler/innen zu vereinnahmen. Jeder Versuch ist verwerflich, Minderjährige, die in einem indirekten Abhängigkeitsverhältnis stehen, zu instrumentalisieren.
  • Die dänische Regierung blieb wochenlang auf Tauchstation, da der Konflikt ja offiziell auf der Ebene der Gemeinden entstanden war.

Lange dienende Elternvertreter/innen erinnern sich noch an das Problem des Boykotts von Schulveranstaltungen im Schuljahr 2001/02, das den Schulpartnern vielfältige Probleme brachte.

Informationen der Austria Presseagentur