Ein schwieriges Thema vereinfacht dargestellt

Im Anschluss an eine Pressekonferenz des BEV (Bundeselternverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs) gibt es fragwürdige Berichte in den Medien.

Der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens hat in seiner small icon pdf Presseaussendung vom 23. Juni 2013  307.86 kb eine differenzierte und umfassende Stellungnahme artikuliert.

Alljährlich sehen sich Elternverbände gegen Ende des Schuljahres vermehrt mit Fragen und Klagen von Eltern konfrontiert. Es fehlt tasächlich an geeigneten Instanzen und Prozessen zur Moderation solcher Vorfälle. Die überraschend präsentierte Position des BEV kann jedoch in dieser Form nicht mitgetragen. Die Pressemeldung vom 21. Juni 2013 findet sich bei home icon APA Bildung

Weiter unten finden Sie dazu eine Presseaussendung des Landesverbands Salzbug zum gegenständlichen Thema.

Den folgenden Text haben wir am 22.Juni 2013 an einen Redakteur der Salzburger Nachrichten gesandt:

Sehr geehrter Herr Magister Veigl,

mit großer Verärgerung las ich Ihren Artikel "home icon Fall Seekirchen: Gegen Lehrer formiert sich Widerstand".

Ich ersuche um Kenntnisnahme und Klarstellung: Herr Ing.Theodor Saverschel hat NICHTS mit der Wiener Elternvertretung zu tun! Der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens ist nicht Mitglied im Bundeselternverband und stellt sich im gegenständlichen Fall klar gegen die strategische Vorgangsweise des Präsidenten des Bundesverbands. Wir weisen auch mit Nachdruck darauf hin, dass die Positionierung eines Bundesvertreters gegen die Sichtweise der im Land legitimierten Elternvertretung ein äußerst ungünstiges Licht auf die Organisation wirft.

Die journalistische Oberflächlichkeit, mit der Sie den Bundesvertreter mit Wien gleichsetzen, erzeugt ein bedenkliches Bild des staatsbürgerlichen Verständnisses.

Wir haben in den Stellungnahmen zu mehreren Gesetzesentwürfen der letzten Jahre die mangelhafte Konzeption von Schulqualität kritisiert und fordern eine Entwicklung von effektiven Mechanismen des Dialogs. Der hohen individuellen Verantwortung von Pädagog/innen wird derzeit weder durch das Gesetz noch durch strategische Maßnahmen aus dem System Rechnung getragen. Der Rechtsweg kann aber nur das letzte Mittel sein und derartige Medienkampagnen können weder für den einzelnen Fall noch in der grundsätzlichen politischen Entwicklung sinnvolle Wege aufzeigen.

Eltern und Lehrer/innen teilen in höchst sensibler Weise pädagogische Verantwortung, an der die heranwachsenden Schüler/innen zunehmend partizipieren. Es ist ein jämmerliches Zeichen von Unverständnis und Unvermögen, wenn nur ein Amoklauf der gegenseitigen Klagen dabei herauskommt!

Wir, die Elternorganisationen, die ihr Mandat aus dem Schulgesetz und der Idee der Schulpartnerschaft legitimieren, brauchen im Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger eine feinsinnige Unterstützung von Journalistinnen und Journalisten! Unendlich viele Stunden der ehrenamtlichen Arbeit, des bedingungslosen Einsatzes für Kinder und die Schulgemeinschaft sind auf Ebene der Landesschulbehörden und des Bundes nicht gesetzlich geregelt und werden de facto sehr willkürlich anerkannt.

Gern stehe ich Ihnen in dieser Angelegenheit weiter zur Verfügung

J.Theiner

 

Presseaussendung des Salzburger Landeselternverbandes in Ergänzung der aktuellen Berichterstattung

als E-Mail erhalten
am 22.Juni 2013 um 17:42

Der Salzburger Landeselternverband stellt in Ergänzung der Berichterstattung wie folgt klar:

  1. Der "Bundeselternverband" (BEV - Aber Achtung ! das ist nicht der bereits vor einiger Zeit aus dem Bundeselternverband ausgetretene "Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens") hat die gestrige Pressekonferenz in Salzburg und die damit in Zusammenhang stehende Presseaussendung ohne vorherige Information, ohne Rücksprache und ohne inhaltliche Abstimmung mit dem Salzburger Landeselternverband und mit dem Elternverein des BG Seekirchen vorbereitet und gestaltet. Die Information über das Vorhaben wurde durch diese beiden Organisationen zufällig entdeckt, der Inhalt am Vortag vom BEV erst nach Urgenz und eher nebenbei kommuniziert.
  2. Sämtliche gestern vorgetragenen Inhalte sind in weiten Teilen weder auf Basis eines Vorstandsbeschlusses im Bundeselternverband, noch durch entsprechende Beschlüsse in den Landesverbänden akkordiert und damit möglicherweise Einzelmeinungen des Präsidenten, jedenfalls aber nicht die Position "der österreichischen Eltern".
  3. Der Salzburger Landeselternverband und der Elternverein des BG Seekirchen stellen klar, dass es eine nicht zu akzeptierende
    Vorgangsweise ist, einen nicht repräsentativen Einzelfall in die Medien zu zerren und daraus zweifelhafte Forderungen von schlechter Qualität abzuleiten. Ebenso zweifelhaft ist es, diese Auseinandersetzung auf dem Rücken der Schulpartner vor Ort auszutragen und dabei in der Region "verbrannte Erde" zu hinterlassen.
  4. Zu den vorgetragenen Forderungen des BEV hält der Salzburger Landeselternverband folgendes fest:
  • Im wild zusammengestellten BEV Rundumschlag sind verschiedenste Bereiche thematisiert worden, welche mit dem sogenannten "Fall in Seekirchen" gar nichts zu tun haben, inhaltlich nicht zusammenhängen und wie bereits oben erwähnt in den dafür zuständigen Gremien nicht besprochen und nicht beschlossen wurden.
  • Daher muss sich der Salzburger Landeselternverband davon dringend distanzieren, obwohl es viele Themen gibt, die dringend einer Lösung bedürfen, zB. Verfahren zur Bestellung von Führungskräften, die Leistungsbeurteilungsverordnung, unerwünschte
    Begleiterscheinungen der zentralen Matura etc.
  • Selbstverständlich muss es Strategien und Wege zu Qualitätssicherung in allen Bereichen des Bildungssystems geben, aber am BEV Vorschlag "einfach entlassen" vermissen wir nachhaltig die Phantasie, den Ideenreichtum und es scheint übersehen worden zu sein, dass alle Gestaltungsmacht beim Gesetzgeber liegt. Sicher ist nur, dass derartig sensible Themen nicht allein durch Zurufe in Medien einer qualitativ hochwertigen Bearbeitung zugeführt werden können.
  • Schließlich ist die Schaffung einer Ombudsstelle / Schlichtungsstelle ist kein Vorschlag des Bundeselternverbandes und wurde gestern auch nicht von diesem vorgetragen, sondern ist ein Projekt des Salzburger Landeselterverbandes.

Akad. FDL Gernot Schreyer
Mitglied des Vorstandes
des Salzburger Landeselternverbandes
Obmann des Elternvereins des BG Seekirchen

Heidrun Eibl-Göschl
Salzburger Landeselternverband
Obfrau

Rückfragen bitte an:
Akad. FDL Gernot Schreyer
0676 / 8254 4220