Bildungspolitik schlägt die Expertisen der Praktiker in den Wind

Wie viele andere Organisationen hat der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens seine kritische Stellungnahme zum Gesetzesentwurf vorgelegt.


Pädagog/innenbildung Neu - aus der Begutachtung nichts gelernt?

Wie viele andere Organisationen hat der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens seine kritische small icon pdf kritische Stellungnahme  87.03 kb vorgelegt. „Es ist ein Hohn, wie die Politik mit diesen Beiträgen umgeht!“ ärgert sich dessen Vorsitzender, Mag. Johannes Theiner: „Scheinbar setzt sich niemand mit den Anregungen der Betroffenen ernsthaft auseinander. Chaos ist es, was in der Pädagog/innenbildung nun geplant wird, und nicht Qualität!“

Der Konsens der Koalition, Universitäten und Pädagogische Hochschulen scheinbar gleichwertig zu positionieren, führt dazu, dass keine der beiden Einrichtungen auf ihre Stärken und Schwächen hin überprüft wird. Das Qualitätsmanagement bleibt eine Scheinmaßnahme.

„Wir lehnen es weiterhin strikt ab, dass die Fachlehrer/innen für die Sekundarstufe II ohne Universitätsstudium auskommen können!“ betont Johannes Theiner: „Fachliche und fachdidaktische Tiefe können Pädagogische Hochschulen nicht in derselben Qualität liefern, wie Universitäten!“
 

Wann stellt die österreichische Bildungspolitik endlich die Lernenden in den Mittelpunkt?

Schüler- und Elternvertretung müssen ihre Erfahrungen in den Qualitätsprozess einbringen, sonst bleibt es ein teurer Selbstbetrug. Unsere Kinder und Enkel sind nicht dazu da, als Versuchskaninchen für bildungspolitische Experimente zu dienen.

„Wir bekennen uns natürlich zur Qualität im Bildungssystem. Wir müssten allerdings endlich ein Konzept finden, das nicht nur die Schüler/innenleistung in verengenden Standardtests als Qualitätsindikator zur Kenntnis nimmt“, fordert Theiner: „Es geht um die Qualität des Lernens, um die beste Lernumgebung für jedes einzelne Kind, jede/n Jugendliche/n.“

Die Ausbildungswege werden in Summe länger. Das allein bedingt nicht einmal die versprochene Qualitätssteigerung. Der aktuell stark zunehmende Lehrer/innenmangel kann daher weiterhin nur durch eine steigende Zahl von Sondervertragslehrer/innen, also nicht regulär ausgebildeten Pädagog/innen, notdürftig kompensiert werden.

„Wir fordern nachdrücklich eine gemeinsame, transparent und unabhängig agierende Monitoring- und Qualitätssicherungseinrichtung für alle Stätten der Lehrer/innenbildung!“ schließt Theiner: „Nur diese hätte durch die Erarbeitung von Vergleichsprofilen die erforderliche Sachgrundlage für dieses Gesetz liefern können.“
 

Rückfragen

small icon pdf Pressetext  58.37 kb

Mag. Johannes Theiner
Vorsitzender
info@elternverband.at
Tel: 0676 484 52 87