(k)ein Thema für Österreich?

Mit Zustimmung  aller EU-Mitgliedsstaaten wurden im Rahmen der Prioritäten EU 2020 mehrere Flaggschiff-Initiativen "vom Stapel gelassen". Darunter findet sich das Ziel, den frühen Schulabbruch (Early School-Leaving, ESL) im gesamten EU-Raum um 10 Prozent relativ zu senken. Alle Mitgliedsstaaten(!) sollen dazu einen Beitrag leisten.

Auch Österreich, dessen Statistik im Jahr 2010 knapp unter 11 %, für 2011 etwa 9,5 % ESL ausweist, muss sich diesem Ziel daher stellen.

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2011 eine Thematische Arbeitsgruppe (High Level Thematic Working Group on ESL) eingesetzt, in der neben nationalen Repräsentat/innen (meist Experten und Mitarbeiter/innen aus den Bildungsressorts) auch europäische Interessensvertreter mitwirken. Namens der Eltern ist die European Parents' Association (EPA) durch den Präsidenten Johannes Theiner vertreten.

Die Position der Eltern ist allgemein respektiert, die Bedeutung der guten Zusammenarbeit mit Eltern wird durch zahlreiche Studien belegt und immer wieder beschworen. Konzepte und Taten auf staatlicher Ebene bleiben sehr rudimentär. Es gibt aber sehr positive und erfolgreiche Beispiele, die von starken Direktor/innen ("leadership") getragen sind.

Im Rahmen des Treffens der Arbeitsgruppe am 8. und 9. November in Brüssel wurde eine small icon pdf Präsentation  1.70 MB aus Sicht der Eltern eingebracht, die guten Anklang gefunden hat. Unter anderem finden sich in dieser Zusammenstellung Daten aus den PISA-Ergebnissen in Überlagerung mit dem Schulabbruch, die wesentliche Fragen zur Aussagekraft der Indikatoren aufwerfen.

Die Thematik wird im Rahmen unseres home icon Obleutetreffens ebenfalls besprochen.

Folgende Kernbotschaften aus Elternsicht wurden formuliert:

  • Die Bedeutung der Elternrolle muss sich auch durch Anerkennung der Tätigkeit einzelern Eltern und der Elternvertretung abbilden.
  • Regionale und nationale Elternverbände brauchen nachhaltige autonome Strukturen und sollen für alle Eltern ein Sprachrohr sein.
  • Eine verbesserte Zusammenarbeit von Expert/innen aus allen Sektoren (Bildung, Gesundheit Soziales ...) ist erforderlich, um die Herausforderungen, die am Standort Schule entstehen, gut aufnehmen zu können.

Das Österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur ist in der Arbeitsgruppe nur formell vertreten. Einschlägige Aktivitäten im Bereich eines Frühwarnsystems gibt es (angeblich) in einigen Bundesländern. Die Wiener Initiative zur verstärkten Arbeit gegen das Schulschwänzen ist eine autonome Initiative des Stadtschulrats und widmet sich indirekt dem Thema.