Neue Matura um ein Jahr verschoben - ist damit das Ziel erreicht? Was bedeutet das für die Schulpartner? Was haben wir nun zu tun?

Pressepiegel am Ende dieses Artikels.

Der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens hat sich von Anfang an interessiert und kritisch mit den Vorbereitungen zur Neuen Matura befasst.

Unsere Erwartungen und Anforderungen an die teilzentrale Reifeprüfung:

  • Faire Leistungsfeststellung

.. das bedeutet, dass die Kandidat/innen gut auf das Prüfungsformat vorbereitet sind, dass aber gleichzeitig der Fachunterricht nicht zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung verengt wird.

  • Transparente Leistungsbeurteilung

.. das erfordert einen Beurteilungsraster, der vorab klar definiert und für die Kandidat/innen, deren Lehrer/innen und Eltern einsehbar und nachvollziehbar ist.

  • Aussagekräftige Leistungszertifikate

.. die durch die Art der Feststellung und Beurteilung der Prüfungsleistung die tatsächlichen Fähigkeiten der Absolventin bzw. des Absolventen so beurteilen, dass der Beginn eines Universitätsstudiums mit einem positiven Maturazeugnis aussichtsreich ist.

  • Anerkannte Maturazeugnisse,

die an allen österreichischen - und möglichst vielen ausländischen - Universitäten als Qualifikationsnachweis gelten, sodass zusätzliche Eignungstests zur Studienberechtigung überflüssig sind.

Nach unserer Einschätzung sind all diese Kriterien derzeit nicht gesichert! Gerade die unklare Situation rund um die geltende Verordnung zur Leistungsbeurteilung (LBVO) und die Kriterien zur Beurteilung der neuen Prüfungsformate ist ein brisantes Signal für die bestehende Unsicherheit.

Berufsbildenden höheren Schulen sind eine in Europa einmalige Einrichtung. Unter Österreichs Eltern und Wirtschaftstreibenden sind die BHS-Abschlüsse hochgeschätzt. Der Ingenieur-Titel, der durch einen HTL-Abschluss vorbereitet wird, ist eine anerkannte Berufsqualifikation. Daneben sind aber auch humanberufliche und kaufmännische Schulen sowie Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik von der neuen Zentralmatura betroffen.

Durch die neue Matura wird dieser Vielfalt nicht in geeigneter Form Rechnung getragen, während gleichzeitig kein gemeinsames Kriterium für die mit dem Zertifikat verbundenen allgemeinen Studienberechtigung gesichert erscheint. Hier müssen also auch noch viele inhaltliche Fragen diskutiert werden.

Pressemeldungen zur Verschiebung der Neuen Matura

11. Juni 2012:

  • home icon Die Presse: Beurteilungskriterien für die neue Matura stehen fest
  • home icon Die Presse: So kann die Zentralmatura doch noch gelingen

10. Juni 2012:

8. Juni 2012:

5. Juni 2012:

4. Juni 2012:

Unterlagen vom 4. Juni 2012 auf der Website des bm:ukk

Ältere Veröffentlichungen: