Bildungsreform vergisst auf die SchulpartnerInnen  - keine Mitsprache mehr gewünscht?

Utl.: Elternverband (VEV) warnt vor Abschaffung der Schulpartnerschaft durch die Hintertür

Wien, 19.November 2015. Viele Allgemeinplätze aber kaum verbindliche Ankündigungen findet der Verband der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen Wiens  (VEV) im 18-seitigen Entwurf für eine Bildungsreform der Bundesregierung. VEV-Vorsitzende Elisabeth Rosenberger kritisiert vor allem, dass die Eltern im Reformpapier nur am Rande erwähnt werden, nachdem sie schon in die einjährige Debatte der Bildungsreformkommission nicht einbezogen waren.

Bei den Modellregionen der gemeinsamen Schule der 10 bis 14-jährigen wird zwar die «systematische Einbeziehung der Eltern in die Bildungsarbeit» angekündigt, aber diese Einbeziehung nicht näher definiert. «Wir wollen wissen, was damit gemeint ist und ob die Schulen dazu verpflichtet werden», sagt Rosenberger. Außerdem müssen die SchulpartnerInnen bei der Entscheidung eingebunden werden, welche Schulen in eine Modellregion aufgenommen werden. «Es darf nicht sein, dass Gymnasien über den Kopf von Eltern, SchülerInnenn und LehrerInnen hinweg gezwungenermaßen in Modellschulen umgewandelt werden», sagt Rosenberger. Und weiter: «Eine jahrelang gut funktionierende Institution -  der Schulgemeinschaftsausschuss -  wird ausgehebelt, um einen Modellversuch durchzusetzen».

Der Elternverband begrüßt zwar die Ausweitung der Schulautonomie, warnt aber, dass ohne zusätzliche finanzielle Mittel, beziehungsweise ohne zusätzliches Personal der administrative Mehraufwand für die Schulleitung kaum zu bewältigen sein wird. Da der Bericht der Bildungsreformkommission schon in der Einleitung klarstellt, dass sämtliche Maßnahmen «unter Finanzierungsvorbehalt» stehen, fürchtet der VEV, dass «Schulautonomie» letztendlich nur bedeuten wird, dass die Schulen die Unterfinanzierung der Bildung selbst verwalten müssen.

Weiters fehlt im Autonomiepaket die Mitbestimmung durch die SchulpartnerInnen. Rosenberger fürchtet deshalb, dass mit der Umsetzung des Reformpakets die Mitbestimmungsrechte der Eltern massiv beschnitten werden, die Eltern aber gleichzeitig noch mehr als jetzt zur Finanzierung der Schulinfrastruktur und des Unterrichts beitragen müssen. «Wer echte Reformen im Bildungsbereich umsetzen will, muss diese Reformen auch finanzieren », sagt Rosenberger.

Rückfragehinweis:
Mag. Elisabeth Rosenberger
Vorsitzende Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens
Tel.: 0676 522 7101
Mail: e.rosenberger@elternverband.at